Dresscode – Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe

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  • Beitrag zuletzt geändert am:16. September 2020
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Dresscode - Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe
Dresscode – Stilikonen zwischen Kult und Chaos?

Wenn einer den Dresscode erfolgreicher Stilikonen, Fashionistas und Modepüppchen zu entschlüsseln vermag, dann der international erfolgreiche Modedesigner Wolfgang Joop. In diesem Buch stellt er Frauen aus der Modewelt vor, beschreibt ihre Art sich zu kleiden und aufzutreten und analysiert ihren Stil oder Style.
Ich bin ja nun nicht der große Fashion Victim und halte das ganz große Gedöns um Klamotten fast schon für ein bisschen übertrieben.
Bei diesem Buch war ich sehr gespannt darauf, ob und was ich daraus lernen kann. Tatsächlich sind mir drei Dinge hängen geblieben.

Dresscode von Wolfgang Joop

Die Aufmachung des Buches

Die Aufmachung als broschiertes Taschenbuch ist sehr gelungen. Es wirkt, als hätte man nun das persönliche Moleskin von Wolfy in der Hand, zumal der Einband auf den ersten Blick fleckig wirkt.
Alle Stilikonen werden per Foto vorgestellt. Dann lässt er sich manchmal etwas episch über deren Garderobe aus und zeichnet kommentierte Entwürfe. Und da Joop wirklich sehr künstlerische begabt ist, sind diese auch sehr schön:

Dresscode von Iris Apfel
Unsterblich: Iris Apfel, ungefähr 200 Jahre alt

Oder:

Courtin-Clarins
Die ewigen Girlies Virginie und Claire Courtin-Clarins

Leider kann man oft diese Anmerkungen kaum entziffern. Joop erfreut sich über eine wahre Sauklaue und gleitet gerne mal ins Französische und Englische ab. Dazu schmeißt er mit oft eigens kreierten Ausdrücken ums sich und die Bilder gehen leider sehr oft über den Falz hinweg.
Sehr schade ist dies, wenn es bei den Fotos geschieht:

Stilikone Carine Roitfeld
Versteckt im Falz: Der Dresscode von Carine Roitfeld

Gerade Carin Roitfeld (Chefin der französischen Vogue, wie ich nun weiß) scheint eine sehr interessante Frau zu sein und ich hätte gerne mehr von ihr gesehen.

Nach jedem Artikel gibt es noch die speziellen Dos and Dont’s der vorgestellten Ikone, wobei ich nicht immer sicher war, wie Joop das meint:

diane keaton
Dos and Dont’s von Diane Keaton – Positive oder negative Kritik?

Danach folgt Wolfys Fashion-Glossar – sehr wichtig für Leser, die wie ich im Mode-Jargon nicht ganz zu Hause sind:

fashion glossar
Wolfys Fashion-Glossar: Noch einmal mit Diane Keaton

Bei dieser Gelegenheit hätte Joop sich vielleicht auch noch zu einer Erklärung der Begriffe „Stilikone“ und vielleicht auch „Dresscode“ hinreißen lassen können.

Dresscode – Stilikonen zwischen Kult und Chaos – Meine Meinung

Wolfgang Joop hat sich zwölf Frauen geschnappt, die alle in irgendeiner Form etwas mit Mode zu tun haben.

Ich gebe einmal zu, dass ich fünf der Damen gar nicht kenne. Wer bitte ist Carine Roitfeld oder Caroline de Maigret? Im Zweifelsfall waren die Mädels einfach Redakteurinnen einer Modezeitschrift, die ich nicht lese oder ganz einfach reich. Die restlichen Beispielfrauen kenne ich oder ich weiß zumindest, dass sie existieren.
Gewundert hat es mich, dass er die US-amerikanische Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham mit in den Kreis aufgenommen hat. Lena halt ich für uneitel genug, dass sie sich um Mode und Aussehen keinen allzu großen Kopf macht.
Was alle diese Frauen eint ist der Tatbestand, dass sie anziehen können, was sie wollen, um Einlass in einen angesagten Club zu erhalten.

Lobend erwähne ich hier einmal, dass Joop weder Heidi Klum noch Madonna vorgestellt hat. Seine Auswahl geht über die verschiedenen Altersklassen von blutjung bis ziemlich alt hinweg. Auch müssen nicht alle Ladies Size Zero oder noch weniger tragen, um in seinen Augen als Stilikone zu gelten.

Wolfgang Joop bemüht sich sehr um eine neutrale Betrachtung der jeweiligen Ikonen-Frau. Aber zwischen den Zeilen bemerkt man schon sehr deutlich, dass er Rihanna einfach prollig findet, dafür aber Diane Keaton bestaunt und Tilda Swinton fast schon liebt.

tilda Swinton
Einfach ein Stil, mehr kann man zu dem Outfit von Tilda Swinton nicht sagen

Bei seinen Ausführungen zu IT-Girl Kim Kardashion (ist nicht im erlauchten Kreis der Stilikonen mit dabei, wird aber kurz erwähnt) kann ich gar nicht mehr aufhören, vor Zustimmung zu nicken:

 […] Kim Kardashian, die sich zu einem Sexualobjekt degradiert. Das ist konterrevolutionär, da werden die ganzen Errungenschaften der 60er-Jahre zunichtegemacht.“

Danke Joop für diese Aussage!

Lustig fand ich seine Ausführungen zu Catherine Herzogin von Cambridge aka Kate Middleton. Kate trägt ja immer so Kleidungsstücke, die sich auch jeder Depp bei Zara kaufen könnte. Tatsächlich kommen diese Teile auch mal aus solchen Läden, werden aber für sie eigens auf den Leib zurechtgeschustert. Er findet die wahrscheinlich künftige Königin von Großbritannien zwar perfekt, aber eher langweilig und konstatiert ihr einen „Saftschubsen-Schick“ (Natürlich verweist er dabei auf den Schick einer Flugbegleiterin aus einer gehoben Fluggesellschaft)

kate middleton
Frau Catherine im „Saftschubsen-Schick“

Dresscode – Drei Dinge, die ich von diesem Buch gelernt habe

Dieses Buch ist beileibe nicht das wichtigste Buch der Saison.

Dennoch habe ich drei Dinge gelernt:

  1. Stil ist unabhängig von dem, was gerade in Kaufhäusern und Boutiquen rumhängt. Die angebotenen Waren können lediglich eine Anregung für den eigenen Stil sein.
  2. Es ist wichtig, Experimentierfreude zu üben. Im Moment gebe ich mir mehr Mühe, neue interessante Kombinationen aus dem vorhanden Material (also Inhalt meines Kleiderschranks – also irgendwas mit Jeans) zu kreiern. Außerdem suche ich mir sorgfältiger meine Accessoires aus. Damit meine ich, dass ich auch mal andere Ohrringe trage, als immer nur die gleichen Kreolen.
  3. Das lerne ich nun ausgerechnet von Kate Middleton: Durch die Straßen zu gehen, als hätte man ein Publikum.
    Das klingt blöde, aber probiert es ruhig mal aus. Ihr müsst dabei nicht mit jedem Passanten Augenkontakt halten und huldvoll winken sollt ihr auch nicht. Aber lächelt und übt euch in Präsenz – auch wenn ihr gerade an der Wursttheke steht.

Bibliografisches zu dem Buch Dresscode von Wolfgang Joop:

Empfehlenswert und gut gemacht: Dresscode - Stilikonen zwischen Kult und Chaos von Wolfgang Joop
Bibliografisches zu dem Buch: Dresscode – Stilikonen zwischen Kult und Chaos
  • Titel: Dresscode – Stilikonen zwischen Kult und Chaos
  • Autor: Wolfgang Joop
  • Broschiert: 256 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (21. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442176271
  • Preis Stand September 2020: 0,00 Euro (Kindle – über Kindle Unlimited), 4,50 Euro (Broschiert), 21,00 Euro (Gebundenes Buch)
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(Alle Angaben ohne Gewähr)

Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchchallenge 2017, Aufgabe 41: Lese ein Buch mit Bildern oder Illustrationen


Was haltet ihr von dem Modeschöpfer Wolfgang Joop? Hält ihr ihn und seine Mode für richtungsweisend oder sollte er sich nach eurer Meinung lieber zurückhalten? Verratet es mir!

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Hinweis: Dieser Artikel erschien ursprünglich auf meinem Blog Frau Sabienes.
Text: Dresscode – Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe ©sabienes-welt.de
Alle Fotos: Dresscode – Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe ©sabienes-welt.de

Zusammenfassung
Dresscode - Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe
Titel
Dresscode - Drei Dinge, die ich von Wolfgang Joop gelernt habe
Beschreibung
In dem Buch Dresscode analysiert Wolfgang Joop den Stil von anerkannten Stilikonen, wie Alex Chung, Lauren Santo Domingo, Diane Keaton oder Chloe Sevigny
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