Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers)

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  • Beitrag zuletzt geändert am:1. August 2020
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Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers)
Jenseits von Afrika – Das Buch und der Film

Jenseits von Afrika war für mich bislang immer nur ein Film, in dem ein Robert Redford der Meryl Streep im Busch die Haare wäscht und ein Klaus Maria Brandauer maliziös grinst. (Aber das tut er ja oft und gerne)
In der Mitte der 80er las fast jede Frau in meinem Bekanntenkreis das dazugehörige Buch und schwärmte. Aber diesem Hype wollte ich mich nicht anschließen, der Film war mir eigentlich schon tragisch, kitschig und Afrika-bunt genug.
Nun habe ich mir diese Biografie von Tania Blixen einmal vorgenommen und frage mich, warum ich dieses Buch nicht schon viel früher gelesen habe.

Tania Blixen

Eigentlich hieß die Dame Karen Blixen-Finecke und wurde 1885 in Rungstedlund bei Kopenhagen geboren. Tania Blixen und Isak Dinesen sind Pseudonyme, unter denen sie veröffentlicht hat.
Sie wuchs sehr behütet auf dem gutbürgerlichen, elterlichen Gut auf und interessierte sich schon als junges Mädchen für Kunst, Schriftstellerei und fremde Länder. Sie verliebte sich unsterblich in den schwedischen Adligen Hans von Blixen-Finecke, der sie aber verschmähte. Stattdessen heiratete sie 1914 dessen Bruder Bror.
Vielleicht war diese unglückliche Liebe ein Skandal in der besseren Gesellschaft Dänemarks. Aber vielleicht war man auch im Familienkreis ein bisschen erleichtert, die schon leicht beigealterte Tochter an den Mann zu bringen. Aber es scheint wirklich ein Akt der Dankbarkeit gewesen zu sein, dass ihre Familie dem jungen Paar eine Farm weit weg in Afrika finanzierte.

„Ich hatte eine Farm in Afrika …. „

So beginnt die Erzählung von dem größten Abenteuer ihres Lebens „Jenseits von Afrika“ – und der Film im Übrigen auch.
Als Tania Blixen zu ihrem Bror in ein Farmhaus am Fuß des Ngong-Gebirges nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi reiste, musste sie feststellen, dass der nichtsnutzige Ehemann schlecht investiert hatte. Denn für die geplante Kaffeeplantage war das Land durch die Höhenlage nur eingeschränkt geeignet.
Dennoch kämpfte sie tapfer bis verbissen 17 Jahre lang dafür, aus dem riesigen Anwesen wenigstens ein bisschen was an Ertrag zu erwirtschaften. Ihr Ehemann hingegen war häufiger auf Großwildjagden zu finden, als an der heimischen Ackerkrume. Zwischendurch steckte er seine Frau noch schnell mit Syphilis an. Damals war dies eine Erkrankung, bei der die Behandlung fast noch lebensgefährlicher als die Infektion selbst gewesen ist.

Jenseits von Afrika

Ihr Buch ist eigentlich keine chronologiesche Erzählung, sondern eine Schilderung der einzelnen Besonderheiten. Sie beschreibt die Landschaft, die Tiere und die Menschen und deren Sitten. Sie beschreibt das Glück, Besuch aus Europa zu erhalten, sie erzählt von Großwildjagden und anderen spannenden Unternehmungen.
Und natürlich ganz zaghaft und sittsam kommt ihre große Liebe zu dem Safari-Führer Denys Finch Hatton zur Sprache (das ist dann der Haarewäscher Robert Redford). Was ihr dieser Mann bedeutet hat, kann man nur erahnen, nachdem er tödlich verunglückt ist und sie über die Vorbereitungen für seine Beisetzung schreibt.

Und all dies erzählt sie mit dem Blick einer Künstlerin und Menschenfreundin.

Kritiken an Jenseits von Afrika

Natürlich zeichnet Blixen mit ihrem Werk ein idealisiertes Bild von Afrika.
Auf der einen Seite die guten, zivilisierten Kolonialherren, auf der anderen Seite die schwarzen, dummen Eingeborenen, die aber in der Regel ein Herz aus Gold haben. Von Ausbeutung, Rassismus, Feudalismus keine Spur, sie scheint ganz unbeeindruckt von diesem ganzen Unrecht in ihrem eigenen Kokon gelebt zu haben.

Aber man muss sie auch als Kind ihrer Zeit betrachten. Denn damals waren Weiße absolut davon überzeugt, dass sie durch ihre Hautfarbe immer in der Rangordnung ganz oben stehen.
Und in diesem Zusammenhang, glaube ich fest daran (oder will es glauben), dass sie noch zu den netteren und fürsorglicheren „Bwanas“ gehört hat. Zumindest genießt sie bis heute große Sympatien unter der einheimischen Bevölkerung. In Nairobi gibt es einen Stadtteil mit ihrem Namen und aus ihrer Farm ist nun ein Museum geworden.

Frau Blixen

Mich fasziniert Karen Blixen als Frau.
Denn sie entspricht in ihrem Tun nicht unbedingt dem, was man sich damals für eine Frau aus gutem Hause so vorgestellt hat. Schon allein die übliche Frauenkleidung zu dieser Zeit war vielleicht schicklich, aber unter tropischen Bedingungen völlig ungeeignet. Auch wird sie Mühe mit den hygienischen Bedingungen gehabt haben. Damals waren Tampons noch nicht erfunden und im Busch gibt es Tiere, die gute Geruchsorgane haben.
Außerdem ist das afrikanische Hochland zu keiner Zeit an Ort, an dem man sich so ohne weiteres von Syphilis, zwei Fehlgeburten oder der spanischen Grippe erholen kann.
Doch sie jammert nie.

Nach Missernten, Trockenperioden, Heuschreckenplagen, Weltwirtschaftskrise und Preissturz an der Kaffeebörse war Karen Blixen gezwungen, ihre völlig überschuldete Farm in Afrika aufzugeben.
Und das war verbunden mit der Rückher in den dänischen Gutshof sehr hart.

Sie starb 1962 an den Nachwirkungen der Syphilis auf ihrem Familiensitz in Dänemark. Inzwischen wurde ihre alte Farm in Afrika, die nun zu einem Vorort von Nairobi gehört, zu einem Museum umgewandelt.

Bibliografisches zu dem Buch „Jenseits von Afrika“

Ein Klassiker und eine wahre Geschichte von einer starken Frau: Jenseits von Afrika von Tanja Blixen
Bibliografisches zu dem Buch „Jenseits von Afrika“
  • Titel: Jenseits von Afrika
  • Originaltitel: Den afrikanske Fam
  • Autor: Tania Blixen und Gisela Perlet (Übersetzung)
  • Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717524380
  • Preis Stand August 2020: 14,99 Euro (Kindle), 25,00 Euro (Gebundene Ausgabe), ab 1,11 Euro (Taschenbuch gebraucht), 13,82 Euro (MP3 CD, gelesen von Nina Hoss)
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(Alle Angaben ohne Gewähr)

Informationen zu der gleichnamigen Verfilmung

Mit Robert Redford in Kenia - Jenseits von Afrika nach dem gleichnamigen Buch von Tania Blixen
Jenseits von Afrika – Der Abstauber bei der Oscar-Verleihung 1986
  • Titel: Jenseits von Afrika
  • Originaltitel: Out of Africa
  • Jahr: 1985
  • Regie: Sydney Pollack
  • Darsteller: Meryl Streep, Robert Redford, Klaus Maria Brandauer und andere
  • Preis Stand august 2020: ab 3,99 Euro (Prime Video, 5,84 Euro (DVD), 11,72 Euro (Blu-ray)
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(Alle Angaben ohne Gewähr)

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Was gefällt euch besser: Das Buch oder der Film? Ich kann mich nicht so recht entscheiden.

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Mit dieser Rezension beteilig ich mich an Daggis Buchchallenge 2017, Aufgabe 39: Lese ein Buch das in Asien, Afrika oder Australien spielt


Hinweis: Dieser Artikel erschien ursprünglich auf meinem Blog Frau Sabienes.
Text: Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers) ©sabienes-welt.de
Alle Fotos: Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers) ©sabienes-welt.de

Zusammenfassung
Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers)
Titel
Jenseits von Afrika von Tania Blixen (Rezension eines Klassikers)
Beschreibung
Heute stelle ich euch einen Klassiker vor: Jenseits von Afrika von Tania Blixen, in dem sie ihr Leben auf einer Farm in Afrika erzählt. Auch die Buchverfilmung mit Robert Redford und Meryl Streep ist sehr gut gelungen.
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