Enkelkinder – Was wir Großeltern alles von unseren Enkel lernen können

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Unsere besten Jahre
  • Beitrags-Kommentare:7 Kommentare
  • Beitrag zuletzt geändert am:23. April 2021
  • Lesedauer:6 min Lesezeit
Enkelkinder - Was wir Großeltern alles von unseren Enkel lernen können
Nicht nur unsere Enkelkinder lernen dazu – wir auch!

Eigentlich wollte ich heute nicht über Enkelkinder und Großeltern reden, sondern ein ganz anderes Thema ansprechen.
Aber wenn ihr meinem Instagram-Account folgt (damit sammelt ihr viele positive Karmapunkte!), habt ihr vielleicht mitbekommen, dass am Wochenende unser zweiter Enkel zur Welt gekommen ist.
Wir haben einige Tage auf seinen (auch noch kleinen) großen Bruder aufgepasst. Während dieser sehr intensiven Stunden habe ich festgestellt, dass nicht nur der kleine Zwerg von uns etwas lernt, sondern auch wir von ihm.
Deswegen kommt heute ein Artikel aus dem Bereich Großelternliebe. Denn im Moment kann ich über gar nichts anderes denken, geschweige denn schreiben.

Wenn aus Eltern Großeltern werden

Natürlich habe ich auch viel von meinen beiden Kindern gelernt und lerne noch! Aber als frischgebackenes Elternpaar ist man ja immer sehr beschäftigt. Während wir uns um unsere Kinder kümmern, verlangen auch noch Haushalt und Arbeit unsere Aufmerksamkeit. Wir machen uns ständig Sorgen um das Wohl und Wehe unserer Nachkommenschaft. Nächtelang zermartern wir uns unnötiger Weise den Kopf über die richtige Schulwahl oder die Anschaffung eines Legobaukastens.
Wenn die Enkelkinder kommen, sind wir älter und entspannter und können die Zeit mit ihnen ganz anders genießen. Denn die Basics dürfen die jungen Eltern erledigen.
Wir kaufen derweilen bunte Bausteine ein.

Enkelkinder – Was wir Großeltern alles von unseren Enkel lernen können

Wir als Großeltern: Was wir alles von unseren Enkelkindern gelernt haben

1. Früher war alles anders

In meiner Generation wurden wir noch nach 1000jährigen Grundsätzen erzogen. Vor lauter Angst, das aus uns verzärtelte Memmen werden könnten, wurden wir nicht lange getröstet, wenn wir nachts weinend aufgewacht sind. Als meine Kinder klein gewesen sind, war das schon ein wenig anders. Aber Schlafzimmerkonzepte, wie ein Familienbett waren gerade noch in der Erfindungsphase. Wir holten sie trotzdem zu uns ins Bett und hatten regelmäßig ein schlechtes Gewissen.
Heute ist das viel lockerer und dies ist ein Segen für die Kinder, sowie für die Eltern.
Diese Lockerheit zieht sich durch viele andere Bereiche, zum Beispiel beim Essen oder in der Sauberkeitserziehung. Und damit erreichen die jungen Eltern oft weitaus mehr, als mit militärischer Strenge.
Selbstredend werden vernünftige Eltern bei aller Toleranz wichtige Sicherheitsaspekte niemals aus den Augen verlieren.

2. Die Eltern haben immer recht

Natürlich würden wir Großeltern Kraft unserer Erfahrung vieles anders machen. Aber es geht uns nichts an, wie diese junge Familie ihr Leben gestaltet. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.
Weise Großeltern warten, bis ihr Rat gefragt ist und halten ansonsten die Klappe.
Zumindest hätte ich mir das damals auch so gewünscht.

3. Nichts ist selbstverständlich

Liebe und Respekt muss man sich erarbeiten. Und zwar immer wieder neu. Diesen Rat erhielt ich einmal von einer erfahrenen Oma. Und es stimmt, denn nichts ist selbstverständlich. Auch nicht die Liebe und der Respekt, den die Enkelkinder ihren Großeltern (und Eltern) gegenüber empfinden. Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder authentisch bleiben dürfen.

4. Hingabe und Authentizität

Gerade kleine Kinder machen alles mit absoluter Hingabe. Egal, ob sie lachen oder weinen oder spielen: Sie sind immer voll bei der Sache. Da werden nicht zwischendurch auf dem Smartphones die Nachrichten gecheckt. Und wir sollten dies auch bleiben lassen.
Diese Hingabe beinhaltet auch eine unvergleichliche Authentizität, denn die Gefühle von kleinen Kindern sind immer ehrlich.
Ich finde das bewundernswert. Denn im Zuge des Erwachsenwerdens lernen wir alle mehr oder weniger einen gewissen Grad an Höflichkeit und Diplomatie. Das ist natürlich auch im Miteinander notwendig. Aber ehrliche Gefühle sollten wir uns nicht entgehen lassen.

5. Spielen

Spielt ihr irgendwelche Spiele, Kartenspiele, Brettspiele oder Spiele am PC?
Das ist vielleicht ganz nett, aber Kinder spielen anders. Sie spielen ohne ein scheinbares Ziel oder Ausrichtung. Und als gute Großeltern müssen wir das wieder lernen. Denn es ist wirklich echt entspannend, wenn man entdeckt, wie kreativ Murmeln oder Bauklötze zweckentfremdet werden können.

6. Neugierde

Kinder sind unglaublich neugierig, besonders wenn sie noch klein sind. Nichts wird für selbstverständlich erachtet. Und dabei ist egal, ob es sich um ein Blatt, einen bunter Käfer oder den Regionalzug, der gerade über die Eisenbahnbrücke rattert, handelt. Dabei merken wir Großeltern erst so richtig, was wir alles noch nicht gelernt haben. Weil wir nicht zugeschaut oder gefragt haben.

7. Jedes Kind ist anders – jedes Enkelkind auch!

Was haben mich diese Elternratgeber genervt, in denen meinen Kindern vorgeschrieben wurde, was sie wann können müssen. Mit 13 Monaten laufen, mit 14 Monaten erste Dreiwortsätze, mit 16 Monaten Puzzle mit tausend Teilen – kennt ihr das noch? Natürlich ist wichtig, hier bestimmte Richtlinien zu haben. Andererseits sind diese auch wieder total egal und pure Gleichmacherei. Denn jedes Kind ist anders.
Wenn ihr früher schon über dieses Kinder-Bingo geärgert habt, dann fangt nicht jetzt bei den Enkelkindern an! Und versucht vor allen Dingen nicht, die armen Eltern unter Druck zu setzen.

Bonuspunkt: Mama und Papa sind die besten!

Ich habe das wirklich schon mal life erlebt, dass sich eine Oma ganz entrüstet gezeigt hat, weil sich ihr Enkelkind beim Abschied nicht die Augen aus dem Kopf geheult hatte.
Natürlich ist es ein Geschenk, wenn unsere Enkel uns liebhaben. Aber das sollte sich nicht in Traurigkeit zeigen. Mama und Papa sind und bleiben ganz einfach die besten! Denn – wie oben bereits erwähnt – erledigen sie als Eltern die eigentlichen Basics.

Berühmte letzte Worte

Mir ist schon klar, dass bei einigen von euch keine Enkelkinder in Aussicht sind.
Das macht aber nichts. Kinder brauchen nicht nur Großeltern, sondern auch Onkel und Tanten und gute Freunde der Eltern. Ihr könnt von jedem Kind lernen, schaut ihnen einfach mal im Park beim Spielen zu. Oder merkt euch die Schlüsselpunkte: Hingabe, Authenzität und Neugierde! Und bleibt tief in euch ein bisschen wie ein Kind.
Eigentlich gehört auch dies zu den schönen Seiten des Älterwerdens dazu.

Vorschau auf die nächsten Artikel:

Auch wenn ich gerade sonst noch keine Pläne habe, eines ist sicher: Am Donnerstag, den 15. April erscheinen hier wieder die Coolen Blogbeiträge der Woche!
Also bleibt mir treu.

***





Text: Enkelkinder – Was wir Großeltern alles von unseren Enkel lernen können ©sabienes-welt.de
Alle Fotos: Enkelkinder – Was wir Großeltern alles von unseren Enkel lernen können ©sabienes-welt.de unter Verwendung eines kostenlosen Stockfotos von Sergiu Valena / unsplash

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Sabine Gimm

    Nochmals auf diesem Wege ganz herzliche Glückwünsche zum Nachwuchs. Enkelkinder sind wirklich eine Bereicherung. Ich habe sämtliche Ratgeber von früher bereits entsorgt. Die Welt dreht sich weiter und die Entwicklung von Kindern auch. Sie werden heute ganz anders erzogen. Und wir dachten damals schon, wir würden unsere Kinder „modern“ erziehen. Und nach klar, die Eltern sind IMMER die Besten.

    Liebe Grüße Sabine

  2. Romy Matthias

    Meine Kinder sind ja nun 14 und ehrlich gesagt, freue ich mich schon auf die Zeit, wenn ich Enkel habe. LG Romy

  3. Liebe Sabiene, die allerherzlichtsten Glückwünsche zum zweiten Enkelkind auch hier auf dem Blog. Mit Kindern oder eben Enkelkindern zeigt sich die Welt gleich noch mal von einer anderen Seite. Besonders wesentlich finde ich deinen dritten Punkt, es ist nicht selbstverständlich, weder Liebe noch Respekt. Nur weil ich die Oma, die Tante von einem Kind bin, steht mir nicht automatisch die Liebe des Kindes zu – das muss sich wohl auch in meinen Handlungen, in meinen Worten, Gesten und Taten bewähren.
    Hab noch viel Freude mit dem kleinen „Osterhasen“ und alles, alles Liebe Gesa

  4. Kristina

    Wie schön, das zu lesen! Alles Liebe für Deine wundervolle Familie!

    Eine Sache möchte ich aber noch dalassen, nämlich zu Punkt 3: Ich glaube eben schon, dass Liebe und Respekt gegenüber Kindern bedingungslos da sein muss. Es sollte selbstverständlich sein. Kein Kind sollte sich Liebe und Respekt erarbeiten oder sonst wie verdienen müssen. Wenn es da ist, verdient es Liebe und Respekt.

    1. Sabiene

      @Kristina: Danke für deinen Hinweis, denn ich bin hier genau deiner Meinung! Ich habe mich unklar ausdrückt. Denn WIR Eltern und Großeltern müssen sich Liebe und Respekt erarbeiten.
      Ich ändere mal die Formulierung.
      LG
      Sabiene

  5. Horst Schulte

    Enkelkinder sind etwas Wunderbares. Weil wir keine Kinder haben, gibts auch keine Enkel. Aber wir haben die Kinder meiner Nichte. Die beiden sind 6 und 3 Jahre. Leider sehen wir sie wegen Corona nur sehr selten, weil wir immer noch nicht geimpft sind. Zum Glück sind meine Mutter (88) und meine Schwester (62) schon zweimal geimpft und können den Familienzusammenhang deshalb pflegen. Bei uns dauert es wohl immer noch etwas, obwohl wir (ich schrieb darüber) meine Schwiegermutter (96) pflegen und beide 65 bzw. 67 Jahre alt sind. Normalerweise kommen die Kinder wenigstens einmal die Woche zu uns (nach Kita und Schule). Wir müssen uns noch was gedulden. Das tut manchmal weh.

    1. Sabiene

      @Horst: Das glaube ich, dass euch das weh tut! Aber gut. Es wird ja nicht mehr so lange dauern, bis ihr alle geimpft seid.
      LG
      Sabiene

Schreibe einen Kommentar